Über die Melancholie

Melancholie war im elisabethanischen England ein nur allzu gegenwärtiges Phänomen, das neben den Ärzten auch die Philosophen zu heilen und zu erklären versuchten. Während heutzutage der Begriff der Melancholie in der Psychoanalyse als das End-stadium einer Depression gilt, beinhaltet der Begriff im 16. Jh. neben dieser Schwere auch leichte psychische Verstimmungen. Das wohl bedeutendste literarische Werk zur Melancholie verfasste Robert Burton (1577 – 1640) zu Lebzeiten Dowlands in seinem Werk „The Anatomy of Melancholy“, das 1621 erschien.
„Zahlreich und verschieden sind die Mittel, die die Philosophen und Ärzte verschrieben haben, um ein betrübtes Herz aufzuheitern, um abzulenken von jenen komplexen und intensiven Sorgen und Nachdenken, die diese Krankheit so sehr auszeichnen; aber meiner Meinung nach ist nichts so gegenwärtig, nichts so mächtig, nichts so angemessen wie ein starkes Getränk, Fröhlichkeit, Musik und gute Gesellschaft.“
„Viele Menschen werden melancholisch durch das Musikhören, jedoch ist es eine angenehme Melancholie, die die Musik hervorruft; und daher ist sie für diejenigen unzufriedenen, Kummer leidenden, ängstlichen, sorgenvollen oder niedergeschlagenen Menschen ein höchst angenehmes Heilmittel.“
„Musik mildert die Furcht und Wut, besänftigt das Schreckliche, lindert die Schwere, und den Schlaflosen bringt sie Ruhe; sie nimmt einem den Groll, und den Hass, sei es instrumentale Musik, Gesang, mit Streichern, Bläsern, etc.; sie heilt alle
Verdrießlichkeit und Schwere der Seele.“
[Quelle: Iwen Schmees 2006 Home: http://johndowland.de/]